Voraussetzungen für den Entlastungsbetrag

Der Anspruch auf den sogenannten Entlastungsbetrag ist in § 45b SGB XI (s. Quelle 1) gesetzlich verankert. Der Betrag wird nur dann gewährt, wenn auch tatsächliche Leistungen in Anspruch genommen wurden. Das heißt, der Versicherte trägt die Kosten für zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen zunächst selbst und reicht im Nachgang die entsprechenden Rechnungen bei der zuständigen Pflegekasse ein.

Neben der Zweckgebundenheit gibt es weitere Kriterien, die der pflegebedürftige Versicherte erfüllen muss, um den Anspruch auf den Entlastungsbetrag geltend zu machen. Dazu gehören:

  • Es liegt ein anerkannter Pflegegrad vor (bis 31.12.2016: Pflegestufe).
  • Die Pflege findet zuhause statt.
  • Das Entlastungsgeld wird zur Entlastung eines Angehörigen (oder einer vergleichbaren Pflegeperson) oder zur Förderung der Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen genutzt.
  • Die Entlastungs- und Betreuungsleistungen, die mit dem Entlastungsbetrag abgerechnet werden, sind durch das jeweilige Landesrecht anerkannt.

Entlastungsbetrag ansparen

Sofern Sie den monatlichen Anspruch auf Betreuungs- und Entlastungsleistungen nicht voll ausschöpfen, wird der verbliebende Betrag jeweils auf den darauffolgenden Kalendermonat übertragen. Leistungen, die Sie am Ende eines Kalenderjahres nicht benötigt haben, können Sie noch bis zum 30. Juni des Folgejahres nutzen. Anschließend verfällt der Restbetrag des Entlastungsgeldes endgültig.

Wenn Sie Entlastungsleistungen nicht monatlich benötigen, kann es sich lohnen, den Entlastungsbetrag anzusparen. Beispielsweise können Sie damit den Eigenanteil von Kurzzeit- oder Verhinderungspflege finanzieren und reduzieren so die Summe, die Sie aus eigenen Mitteln zahlen müssen.

Umwandlung von Sachleistungen in Betreuungsleistungen

Wenn Sie den Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro bereits für Unterstützungsangebote ausgeschöpft haben oder ihn ansparen möchten, können Sie sich unter bestimmten Voraussetzungen den Umwandlungsanspruch für zusätzliche Betreuungsleistungen nutzen. Ab Pflegegrad 2 können Sie bis zu 40 Prozent des maximalen Pflegesachleistungsbetrags umwandeln, sofern er nicht vollständig ausgeschöpft ist. Sie können ihn beispielsweise für die Unterstützung in Form der Nachbarschaftshilfe einsetzen. Der Umwandlungsanspruch ist im Elften Buch Sozialgesetzbuch (§ 45a Absatz 4 SGB XI) gesetzlich geregelt.

Betreuungs- und Entlastungsleistungen: Angebote und Anbieter

Sowohl die Begleitung zum Hausarzt als auch das gemeinsame Backen mit einem Alltagsbegleiter – Pflegebedürftige können sich mit den zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen Unterstützung und Unterhaltung ganz unterschiedlicher Art holen.

Die folgende Übersicht ist nur ein kleiner Ausschnitt aus den Möglichkeiten, die den Versicherten mit den zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen nach § 45b SGB XI zur Verfügung stehen.

Betreuungs- und Entlastungsleistungen: Beispiele

Für diese Angebote können Versicherte die zusätzlichen Entlastungsleistungen nutzen:

  • Leistungen der Tages- oder Nachtpflege
  • Leistungen der Kurzzeitpflege (etwa für Kost & Logis)
  • haushaltsnahe Dienstleistungen bei ambulant versorgten Pflegebedürftigen (zum Beispiel Haushaltshilfe, Verpflegung, Einkäufe, Fahrdienste, Botengänge)
  • Inanspruchnahme von Alltagsbegleitern (zum Beispiel Begleitung bei Arztbesuchen, gemeinsamer Besuch auf dem Friedhof)
  • Inanspruchnahme von Pflegebegleitern (sie unterstützen pflegende Angehörige bei der Betreuung)

Für diese Angebote können Versicherte die zusätzlichen Betreuungsleistungen nutzen:

  • Familienentlastende Angebote
  • Tagesbetreuung in Kleingruppen
  • Einzelbetreuung durch anerkannte Helfer
  • Besuchsdienste
  • Angebote der Beschäftigung & Aktivierung
  • Sinnvolle Beschäftigung (Lesen, Gesellschaftsspiele, Kochen oder Backen)
  • Mobilisation unter Begleitung
  • Spezielle Angebote zur Beschäftigung von Demenzkranken
  • Betreuungsgruppen für Personen mit Demenz

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